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Panamakanal |
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Reiseberichte aus dem Sanella-Album Mittel- und Südamerika |
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Fahrt durch den Panamakanal Sind soeben in der Stadt Panama angekommen. Der Flug war wieder sehr interessant. Im Staate Panama noch ganz unberührte Urwaldgebiete. Großer Gegensatz zur Kanalzone. Dort ist alles ganz modern und nordamerikanisch. Auf den Dienstgebäuden weht das Sternenbanner, die Flagge der Vereinigten Staaten. Schiffe aller Nationen warten auf Durchfahrt. Keine Zeit mehr für ausführlichen Brief. Gehen in wenigen Minuten an Bord. Schreibe unterwegs weiter. - Soeben erste große Schleuse passiert. Gewaltige Anlagen. Mehrere Schleusentreppen soll es geben, bis man den Atlantischen Ozean erreicht. Die Schiffe müssen also regelrecht von einem Meeresspiegel zum anderen klettern und dabei um 26 Meter gehoben und wieder gesenkt werden. Der Kanal ist über 90 Meter breit. |
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Erfahre eben, daß die etwa 80 Kilometer lange Fahrt gut sieben Stunden dauert, habe also Zeit, etwas ausführlicher zu erzählen. Ein Wunderwerk der Menschheit Vom Schiff aus kann man sich deutlich vorstellen, welche Schwierigkeiten der Bau des Kanals gemacht haben muß. Der Plan, an dieser Stelle die Landenge zu durchstechen, hatte übrigens schon lange bestanden. Aber erst im vorigen Jahrhundert ging man wirklich daran, den Bau durchzuführen. Du weißt doch, lieber Jupp, daß damals in den sechziger Jahren der Suezkanal fertig geworden ist, der den Seeweg nach Indien durchs Mitelmeer öffnete. Der Erbauer, der Franzose Ferdinand Lesseps, ging nun an die zweite Aufgabe seines Lebens: den Bau des Kanals in Panama. Das wurde aber ein unglückliches Unternehmen mit unsäglichen Schwierigkeiten. Da mußte z. B. erst ein wilder Fluß gebändigt werden, der in der Regenzeit binnen zwölf Stunden bis sechs Meter anstieg. In einem See wollte man die Wassermassen aufstauen. Tausende von Arbeitern gingen an tropischen Krankheiten zugrunde. Riesensummen wurden in das Unternehmen hinein gesteckt. Aber immer wieder rutschten die Uferböschungen ab. Das große Werk wollte und wollte nicht gelingen. Da erschienen die Nordamerikaner auf dem Plan. Sie hatten an dem neuen Kanal verständlicherweise das meiste Interesse. Wenn sie z. B. von New York zu Schiff nach San Francisco fahren wollten, war das bisher nur um Südamerika herum durch die Magellanstraße möglich. |
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Der neue Weg durch den Kanal aber würde weit um die Hälfte kürzer sein! - Also wurden nun zunächst erst mal die Moskitos vernichtet, die die gefährlichen Krankheiten übertrugen. Man trocknete alle Wasserflächen in der Nähe aus oder goß Petroleum darauf, um die gefährlichen Biester zu beseitigen. Dann mußte man einen 150 Meter hohen Hügel durchstechen. Das war die schwierigste Arbeit, weil das brüchige Gestein immer wieder nachrutschte. Ja, und schließlich mußte der berüchtigte Chagrinfluß zu einem See angestaut werden . |
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Panama, Panamalkanal, Ferdinand Lesseps Der Panamakanal ist eine künstliche, 81,6 Kilometer lange Wasserstraße, welche die Landenge von Panama in Mittelamerika durchschneidet und den Atlantik mit dem Pazifik für die Schifffahrt verbindet. Die erste Durchfahrt erfolgte am 15. August 1914. Der Kanal ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. |
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